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2002

Von April bis September 2002 fand mit großem Erfolg die 2. Triennale der Photographie in Hamburg statt. Circa 200 000 Besucher haben die Ausstellungen in den zehn beteiligten Museen und kulturellen Institutionen, den zahlreichen Galerien und sonstigen Veranstaltungsorten in und um Hamburg besucht. Insgesamt wurden an 61 verschiedenen Orten der Stadt über hundert Ausstellungen gezeigt. Es fanden zwei Fachtagungen statt, im Rahmen dessen die Fotografen-vereinigung FreeLens den Layout-Preis vergab, außerdem ergänzten drei Symposien und achtzehn Vorträge zum Thema Photographie das umfangreiche Programm

Die Triennale der Photographie 2002 stand unter dem Motto reality check. Darauf hatten sich zehn Museen und kulturelle Institutionen der Stadt verständigt mit dem Ziel die Wahrnehmungs- und Wirkungsmöglichkeiten der Photographie im Zeitalter der neuen Medien vorzustellen. Die Grundidee war, die Wirklichkeiten der Bilder mit der Realität vergleichend zu konfrontieren und zu hinterfragen.
"Wir alle sind heute von Bildwelten nie gekannten Ausmaßes umgeben, wir haben uns daran gewöhnt auch die größten Katastrophen und menschliches Leid nicht mehr durch unmittelbares Erleben wahrzunehmen, sondern zeitgleich nur noch durch den Bilderstrom, der die Skala subjektiver Sichten bis hin zu virtuellen Bildwelten einschließt", hatte Prof. F.C. Gundlach, Initiator der Triennale, anlässlich des Senatsempfangs einleitend bemerkt. Wie treffend diese Beobachtung ist und wie bruchlos sich heute die verschiedenen Ebenen gerade innerhalb der Photographie vermischen, war in der Ausstellung Archeology of Elegance in den Deichtorhallen eindrucksvoll nachvollziehbar. Die Grenzen von Wirklichkeit und Fiktion waren in den Modeaufnahmen teilweise so fließend formuliert, dass ein kritischer Umgang und eine differenzierte Wahrnehmung zum Verständnis der Bilder geboten waren.

Trotz massenhafter Bildproduktion bleibt immer nur ein Bruchteil dessen, was gedruckt und gezeigt wird, erhalten. Deshalb war es ein besonderer Glücksfall, dass anlässlich der Triennale eine Ausstellung gezeigt werden konnte, die in einzigartiger Weise ein visuelles Bildarchiv darstellt. Gesammelt von Robert Lebeck, zeigte Kiosk eine Sammlung der besten Fotoreportagen der letzten 150 Jahre in originalen Zeitungen und Zeitschriften. Die Ausstellung brachte uns eine Wirklichkeit nahe, die heute längst vergangen ist. Besonders durch das "gedruckte" Bild, durch das gealterte, bräunliche Papier, durch unterschiedliche Drucktechniken, durch Layouts, die dem Zeitstil unterworfen sind, wurde die Photographie auf spannende Weise historisch erfahrbar und diente als glaubwürdiges Dokument vergangener Ereignisse. Im Hinblick auf die rasante Veränderung digitaler Verarbeitungstechniken gerade in Hamburg, der Stadt, in der die meisten Printmedien erscheinen, war diese Ausstellung eine wundervolle Bereicherung des Fotofestivals.
Während im Altonaer Museum und im Museum für Völkerkunde mit der Ausstellung Indianer die Betonung auf historischen Bildern lag, kam in anderen Ausstellungen die zeitgenössische Fotokunst zu ihrem Recht. Mythos St. Pauli im Museum für Kunst und Gewerbe, Das zweite Gesicht (Walter Schels) in der Freien Akademie der Künste, famous eyes im Kunsthaus, Me Myself and I (Andreas Herzau) im Museum der Arbeit, Evolutionslabor (Klaus Elle) im Helms-Museum, Andere Räume im Kunstverein und Jürgen Klauke, eine Retrospektive in der Hamburger Kunsthalle trugen entscheidend zur Vielfalt des Ausstellungsprogramms bei und erfüllten die Vorgabe der Triennale Vergangenheit und Zukunft im Medium Fotografie miteinander zu verbinden.

Neben Museumsausstellungen gab es auch eine rege Beteiligung vieler Galerien, die ihr Programm eigens auf die Triennale der Photographie abstimmten. Während einige Galerien ihr Angebot um Fotografien erweiterten, präsentierten junge und etablierte Fotogalerien gleichermaßen ein hochwertiges Angebot an Fotokunst. Besonders erwähnenswert ist hier die Galerie Cato Jans, die sich erfreulicherweise im öffentlichen Raum engagierte und mit dem Projekt no memory access (Michael Najjar) eine digitale, Software gesteuerte Projektion auf der Außenwand der Galerie der Gegenwart präsentierte. Außerdem organisierte Cato Jans das Projekt "Liebscher in Concert" im Deichtorcenter, das ebenfalls der Öffentlichkeit zugänglich war. Ein ganzer Verbund von Sponsoren haben beide außergewöhnlichen Projekte ermöglicht.
Hervorragend war auch die Beteiligung der Galerien im Umland von Hamburg. Von Glückstadt über Ahrensburg bis Bad Oldesloe und Jesteburg hatten viele kulturelle Einrichtungen Ausstellungen mit Schwerpunkt Photographie gezeigt.

Neben den vielen Ausstellungen war das reichhaltige Rahmenprogramm besonders erfreulich. So bot das Altonaer Museum eine ganz außerordentliche Vortragsreihe zu allen bedeutenden Fotosammlungen in Deutschland an, zu der so wichtige Referenten wie Ute Eskildsen vom Museum Folkwang in Essen, Dr. Ulrich Pohlmann vom Stadtmuseum in München oder Janos Frecot, ehem. Leiter der Berlinischen Galerie in Berlin erschienen, um hier nur einige zu erwähnen. Weitere Vorträge organisierten u.a. die Lichtwarkgesellschaft und die Fotografenvereinigung FreeLens. Dem außerordentlichen Einsatz des Arbeitskreises Photographie Hamburg und der Universität Hamburg (Romanisches Seminar) ist es zu verdanken, dass es gelungen ist bedeutende nationale und internationale Referenten für drei Symposien zu gewinnen.

Die wichtigsten Förderer der 2. Triennale der Photographie Hamburg:
Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
Kultur- und der Wirtschaftsbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg
Museum für Kunst und Gewerbe
BAT (British American Tobacco)
Stern (G+J)
Warner Music
Dieter Becken Investment
BRT-Architekten, Jones Lang LaSalle
Conrad Jacobsen
Sony Deutschland Digital Imaging

copyright: Birgit Hübner

Über uns

 

Seit 1999 findet das Fotofestival alle drei Jahre in Zusammenarbeit mit den großen Hamburger Museen, kulturellen Institutionen, Galerien und weiteren Veranstaltern in Hamburg statt. Inzwischen ist die Triennale der Photographie ein Deutschland weit bedeutendes Fotoevent von internationaler Ausstrahlung geworden. Mit einer großen Anzahl von Fotoausstellungen unter einem gemeinsamen Motto werden hochaktuelle fotografische Themen beleuchtet.

Begleitet wird das Fotofestival von Künstlergesprächen, fachspezifischen Diskussionen, Vorträgen, Portfolio-Sichtungen sowie einer internationalen Konferenz. 

Die Triennale der Photographie Hamburg geht auf eine Initiative des Fotografen und Sammlers Prof. F. C. Gundlach zurück. Seit 2014 wird die Triennale der Photographie von der Deichtorhallen Hamburg GmbH veranstaltet.

 

Das Thema der 7. Triennale der Photographie Hamburg 2018 lautet BREAKING POINT. SEARCHING FOR CHANGE

Krzysztof Candrowicz wird zum zweiten Mal nach 2015 künstlerischer Leiter der kommenden Triennale sein.

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