Amelie Sachs -

Amelie Sachs

was geschehen ist und nie geschehen ist

Amelie Sachs (*1996) ist Dokumentarfotografin und Fotoeditorin und arbeitet zwischen Deutschland und Ägypten. Ihre Arbeit ist geprägt von einer feministischen Perspektive und einem forschungsbasierten Ansatz, bei dem Dialog und kollaborative Prozesse im Vordergrund stehen. Sie bedient sich verschiedener fotografischer Strategien und verbindet dokumentarische mit konzeptuellen Elementen, wobei sie Raum für Mehrdeutigkeit, Lücken und fiktionale Momente lässt. Ihre Projekte entstehen über längere Zeiträume hinweg in enger Zusammenarbeit mit den von ihr fotografierten Personen und entwickeln sich durch visuelle Recherche und langfristiges Engagement weiter. Ihre Arbeit erkundet intime und oft übersehene Realitäten und konzentriert sich auf Geschichten, die unsichtbar bleiben. Ihre Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen in ganz Deutschland gezeigt und fanden breite Anerkennung als Finalistin für den Otto-Steinert-Preis (2022), den Dummy Award (2023) sowie beim Europäischen Monat der Fotografie (EMPO) in Berlin (2025).

was geschehen und nie geschehen ist der Fotografinnen Amelie Sachs und Paulina Metzscher, entstanden in Zusammenarbeit mit der Autorin und Filmemacherin Eva Gemmer, setzt sich mit einem der am wenigsten sichtbaren und zugleich zutiefst verletzenden Hinterlassenschaften der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) auseinander: der Zwangsadoption von Kindern.
Nach der Teilung Deutschlands in Ost und West nach dem Zweiten Weltkrieg wurden mehrere hundert bis mehrere tausend Kinder von ihren Eltern getrennt – die genaue Zahl ist bis heute unbekannt. Das ostdeutsche Familienrecht schrieb vor, dass Eltern ihre Kinder „zu aktiven Erbauern des Sozialismus“ erziehen sollten. Diese mussten „die Arbeit achten“, „die Sowjetunion lieben“ und „die Grenzen verteidigen – notfalls mit Waffengewalt“. Wenn Eltern diesen ideologischen Anforderungen nicht nachkamen, war der Staat befugt, ihnen das Sorgerecht zu entziehen. Die Praxis der Zwangsadoption ist nach wie vor umstritten, und die Aufarbeitung der Ungerechtigkeiten in der DDR ist noch nicht abgeschlossen. Durch eine vielschichtige Kombination aus künstlerischer Dokumentarfotografie, Archivmaterial sowie sachlichen und poetischen Texten zeichnet „was geschehen und nie geschehen ist“ die fragmentierten Familiengeschichten von fünf Protagonisten nach – Andreas, Ortrud, Swen, Petra und Ivonne –, die von dieser Politik direkt betroffen waren. Was bleibt nach der Trennung zurück? Trauer? Verlust? Hoffnung? 
Das Werk vereint persönliche Erzählungen und historische Spuren und schafft so einen Raum, in dem sich Erinnerung, Abwesenheit und unbeantwortete Fragen überschneiden.

www.ameliesachs.com

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